Die wichtigsten historischen Eckpfeiler für die Ankurbelung und Entwicklung des Tourismus im Montafon

Das Montafon ist seit Jahrhunderten ein Durchzugsgebiet für Erzfrächter, Kaufleute, Viehmarktsbesucher und Säumer. Diese Gruppen bereisten das Tal, und so entstanden Tavernen und Gasthöfe. Diese spezielle Frühform des Tourismus geht mindestens bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Die Montafoner schienen dieser Form des Tourismus gegenüber durchaus positiv eingestellt.

Von einer touristischen Betriebsamkeit im heutigen Sinn war aber im Jahre 1870 noch nichts zu spüren.
Die landschaftlichen Gegebenheiten des Alpenraumes waren für die Talschaftsentwicklung wohl sehr bedeutend. Im späten 19. Jahrhundert wurde die Natur als Erholungsraum entdeckt. Viele Erstbesteigungen der Gipfel fanden allerdings bereits vor der Zeit der ersten Touristen statt, z.B. 1865 der Piz Buin.

Als die Touristen ihren Weg ins Montafon fanden, gab es für erfahrene Montafoner Bergsteiger die Möglichkeit, als Bergführer ein kleines Zubrot zu verdienen. Wäre es bei den recht vereinzelten Bergsteigern geblieben, wäre aus dem Montafon nie eine Tourismusregion geworden. Oft aber kamen ganze Familien, die gemeinsame Spaziergänge und Wagenfahrten machten. Diese Besuche beschränkten sich ausschließlich auf den Sommer.

© Film Archiv Austria
© Film Archiv Austria
Einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Tourismus im Montafon hatte die Eisenbahn. Durch die Erbauung der Vorarlbergerbahn 1872 und der Arlbergbahn 1884 wurde das Tal viel leichter erreichbar.
Im gleichen Jahr verfasste Otto Pfister pünktlich zur Eröffnung der Arlbergbahn den ersten Reiseführer des Montafons. Laut Pfister gab es damals 30 Gasthäuser.

Die Eröffnung der Montafonerbahn im Jahre 1905 zwischen Bludenz und Schruns war ein weiterer wichtiger Impulsgeber. Der Hauptort des Tales begann sehr schnell auf den Tourismus zu setzen.
Schruns verfügte neben vielen Vorzügen auch über eine gute touristische Infrastruktur.
1896 gab es neben 210 Gästebetten in Gasthäusern und Privathäusern auch einen Arzt sowie eine dreimal täglich fahrende Postverbindung nach Bludenz.     

Paulina, Nina O. und Sina


Mitte der 20er und Anfang der 30er Jahre fand der erste große Tourismusboom statt.

Der Schrunser Tourismusverein brachte 1927 die ersten Orts- und Wanderführer heraus, in denen verschiedene Attraktionen angepriesen wurden,  z.B. Eislaufplätze, Rodelbahn, Kegelbahn, Tennisplätze. In Zeitungen wurden Skilehrer und Tourenführer angeboten, Skilifte existierten noch nicht!

Hemingway und Dos Passos © Landesfremdenverkehrsverband Vlbg.
Hemingway und Dos Passos © Landesfremdenverkehrsverband Vlbg.
1924 gab es schon ein privates Busunternehmen in Partenen, drei Jahre später eröffnete die Post eine eigene Linie.
Folgende Zahlen belegen den Zuwachs: 1924/1925 gab es 54.562, 1927/1928 bereits 87.787 Übernachtungen im Tal, die meisten im Sommer. In Partenen wurde zu dieser Zeit das erste Lichtspielhaus gebaut, wobei der berühmte Schriftsteller Ernest Hemingway als damaliger Tourist einige Kritiken schrieb.
1933 installierte Adolf Hitler die 1000 Marksperre, speziell das Montafon war von dieser Maßnahme schwer getroffen. Zur Zeit Adolf Hitlers konnten nur Privilegierte Urlaub machen. Der damalige Rüstungsminister Albrecht Speer unternahm als bekanntester Nationalsozialist einen Skiurlaub im Montafon.

Fabian und Mathias


Skilift Grabs Archiv Montafon
Skilift Grabs Archiv Montafon
Garanten für den Erfolg in der Wirtschaft nach dem 2. Weltkrieg waren die Illwerke und der Fremdenverkehr, indem sie in den Bereichen Straßenbau und Elektrizitätsgewinnung eine wichtige Rolle spielten. Auch für den Skilauf war das wichtig. Der touristische Aufschwung war dafür verantwortlich, dass sich Investoren fanden, um Hotels und Lifte zu bauen. Die Standseilbahnen in Latschau und Partenen sowie Straßen erleichterten das Erreichen der Skigebiete. All diese Entwicklungen trugen neben der Skisportbegeisterung der Bevölkerung und der Urlauber dazu bei, dass der Skisport ein sehr wichtiger Bestandteil im Leben der Montafoner wurde. 1947 wurde dann der erste und damals der längste Sessellift Österreichs auf den Grabs errichtet. 


Archiv Montafon
Archiv Montafon
Ein Grund, weshalb Tschagguns die Durchführung der österreichischen Meisterschaften 1947 zugesprochen bekam. Die Sesselbahn von Grabs war die erste von vielen in Vorarlberg und sollte am Beginn eines gewaltigen Booms stehen. 

1949 wurde dann der Begriff „Skistadion Montafon“ in Zusammenhang mit der Gründung des Skiclubs Montafon als Marketingidee erstmals genannt. Ziele waren die Förderung und der Ausbau des Sports und des Fremdenverkehrs.

Alex, Manuel und Adrian

Schrägaufzug Golm © Film Archiv Austria
Schrägaufzug Golm © Film Archiv Austria
Ende 1959/60 war ein Traditionsrennen wieder belebt worden. Der spezielle Grund dafür: Der von den Illwerken zum Bau des Lünerseekraftwerkes fertiggestellte Schrägaufzug wurde 1959 für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Dadurch bekam Tschagguns ein zweites erschlossenes Skigebiet.
Somit fanden 1963 die ersten Goldschlüsselrennen in Tschagguns statt. Der Ort war bereits zuvor das Austragungsmekka für Landesmeisterschaften und andere Veranstaltungen gewesen. Damit die Rennen stattfinden konnten, brauchte es viele helfende Hände. Der Skiclub, die Gemeinden, die Tourismusbüros und die Bergbahnen zogen an einem Strang. Für die Namensgebung der Goldschlüsselrennen stand das Montafoner Wappen und die damit verbundene Sage Pate. Diese Rennen und die Erfolge der Österreicherinnen fanden auch in den Nachrichten ihren Platz. Sogar erste Fernsehdirektübertragungen berichteten von dem Ereignis. Diese Werbung der Medien wirkte positiv auf das Tal. Der zwei Jahres Rhythmus endete 1983 mit einem Eklat.

Der Übergang der 70er zu den 80er Jahren brachte ein neues Werbekonzept: Das Tal der Sterne!
Jede Gemeinde bekam ein Sternzeichen zugeordnet. Auch die Vermarktung verschiedenster Produkte und Angebote war darauf ausgerichtet.
Um 2000 wurde der Begriff Alpenszene Montafon geprägt. Mit der Starnacht im Montafon versuchte man in den Medien wieder präsenter zu sein.
2009 folgt nun der Startschuss für die Montafon Tourismus GmbH. Viele Gesellschafter schließen sich der neuen GmbH an, um vor allem die Marktaktivitäten zu steigern. Das Zusammenarbeiten vieler Hände und ein breites Fachwissen soll zur Stärkung der Marke Montafon führen.

Laura und Jasmin


Quellen:
Brugger, Archiv Montafon, 100 Jahre Tourismus Verband, Heimat Bludenz