Skischuhe aus Leder

Wintersportausstellung Alte Gme
Wintersportausstellung Alte Gme
Der Skischuh hat sich grundsätzlich aus dem Bergschuh entwickelt. Er bestand aus Leder (zumeist Rindsleder). Verschiedene Lederschichten waren zusammengenäht und machten ihn so stabil. Die sogenannten Skischuhe waren lange Zeit Bergschuhe mit einer Doppelfunktion.
Doch das Leder hatte auch Nachteile, denn es war brüchig und teils undicht, wenn man sich nicht ständig darum kümmern musste, wie z.B. einfetten oder eincremen. Daher hat Serge Lange später in den 60ern auf Skischuhe aus Kunststoff gesetzt.
Die Einkerbungen an der Sohle lässt den Schuh als Skischuh erkennen. Damals gab es Riemen als Bindungen, die man rundum um den Fuß wickeln musste. Die Kunst darin war es, die Riemen sicher zu binden, ohne dass eine zu große Verletzungsgefahr bestand.
Zuerst gab es den normalen Bergschuh, dann bekam der Schuh schon einen speziellen Boden, der von einer Art Bindung festgehalten wurde. An der Sohle gab es Einbuchtungen für Riemen. Schließlich kam der Innenschuh ins Spiel. Doch von außen glich er immer noch dem Bergschuh.  


Herstellung:

Leder kann man eigentlich aus jeder Haut machen. Zuerst wird in der Schusterwerkstatt der Fuß angepasst bzw. ausgemessen. Anschließend wird daraus ein Holzmodell erstellt. Das Leder wird straff über die Leiste gezogen. Je mehr Schichten, desto stabiler ist das Ganze. Zum Schluss wird noch der Boden mit Nägel festgenagelt, Klebstoffe sind anfangs nicht in Verwendung gewesen.

Alex

Holzmodell des Fußes
Holzmodell des Fußes

Überzug des Leders
Überzug des Leders

Befestigung des Leders mit Nägeln an der Sohle
Befestigung des Leders mit Nägeln an der Sohle

Lederanfertigung mit Innenschuh
Lederanfertigung mit Innenschuh
 


Quellen:
Vortrag Marent, Vortrag Sander


Skischuherstellung heute:

Der heutige Skischuh besteht zu 90% aus Polyurethan (PU).
Die Pharmaindustrie ist hier marktführend z.B. Bayer. Plastik wird aus Erdöl und dann Granulat hergestellt.
Das Granulat wird heiß gemacht, damit es flüssig wird. Anschließend drückt man das flüssige Granulat in eine feste Form hinein. Nachdem es ausgekühlt ist, entsteht die fertige Form des Skischuhs.
Der springende Punkt ist aber, dass das Bauen einer Spritzform, die genau passt, sehr teuer ist! 80.000 – 100.000 € muss man pro Größe für Entwicklungskosten rechnen.

Die Anpassung des Schuhes an den Fuß erfolgt entweder über den Innenschuh oder die Schale. Der Innenschuh wird mittels Schaummethode mit PU angepasst.
Die Schale dagegen wird erwärmt oder geschliffen, ist aufwendiger, ermöglicht aber mehr Gefühl beim Fahren.

Die Anforderungen an den Schuh sind hoch. Er soll bequem und ein perfekter Kraftüberträger sein. Er muss den Fahrer immer wieder zentral auf den Ski stellen. Außerdem muss er wie eine Feder sein, sich spannen lassen und dann wieder in die Ausgangsposition zurückkehren.

Alex

Quelle:
Vortrag Sander